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Bern, 23. Januar 2002. Bereits haben 25 Seilbahnunternehmungen die neuen "Freeride-Checkpoint"-Tafeln in ihren Wintersportgebieten installiert. Mit den national einheitlichen Tafeln gehen die Schweizer Seilbahnen das Problem Variantenfahren mit umfassender Information und Prävention, statt mit repressiven Massnahmen an.
Die "Freeride Checkpoint"-Tafeln sind auf diesen Winter national lanciert worden. Bereits können sich die Freerider in 25 Wintersportdestinationen (Arosa, Davos-Parsenn, Davos-Rinerhorn, Davos-Jakobshorn, Corvatsch, Savognin, Rothorn-Lenzerheide, Glacier 3000, Les Diablerets, Rougemont-Videmanette, Champéry, Zweisimmen-Rinderberg, Grindelwald-First, Engstligenalp, Meiringen Hasliberg, Engelberg Brunni und Titlis, Gemsstock-Andermatt, Sörenberg, Fronalpstock, Bettmeralp, Belalp, Leukerbad, Lauchernalp und Ver-bier) anhand der übersichtlichen Tafeln informieren. Seilbahnen Schweiz will dem Varian-tenfahren nicht mit neuen Verboten und Vorschriften entgegentreten, vielmehr setzen die Seilbahnen auf Lawinenprävention und Gefahreninformation. Um die Prävention und Information zu etablieren, hat Seilbahnen Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), der Beratungsstelle Unfallverhütung (bfu), der Schweizerische Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten und Loipen (SKUS) und der Suva national einheitliche Checkpoint-Tafeln entworfen. Die Tafeln informieren über alpine Gefahren, Verhaltensregeln und das aktuelle Lawinenbulletin. Das Variantenfahren abseits gesicherter und markierter Pisten ist ein bekanntes Problem. Freerider suchen im freien Skigelände Spass, Nervenkitzel und Herausforderungen. Die Schweizer Wintersportgebiete gehen unterschiedlich damit um. Einige bieten gesicherte Talabfahrten an, viele setzen auf die klassische Lawinenwarnung, Absperrungen und Verbote, andere auf Information und Gefahrenprävention. Klar ist, dass unsere Gäste Sicherheit, Freiheit und Information erwarten. Diesbezüglich ist das Freeride-Konzept mit den Checkpoint-Tafeln wegweisend.
Dass Freeriden gefährlich ist, zeigt die Unfallstatistik: Gemäss bfu verunfallten während der Wintersaison 2000/01 19 Variantenfahrer in Lawinen oder einem Sturz über Felsen tödlich. Bei den tödlichen Lawinenunfällen sind im langjährigen Durchschnitt 28% der Opfer Variantenfahrer und 72% Tourenfahrer. In den letzten fünf Jahren stieg der Anteil an verunfallten Variantenfahrer auf 40%.
Die rechtlichen Aspekte Ein wichtiger Aspekt der Trend Freeride ist die Rechtslage der Seilbahnunternehmen. Die SKUS-Richtlinien bezeichnen den Verantwortungsbereich der Seilbahnen klar. Rechtlich gesehen sind die Seilbahnen nur für die gesicherten und markierten Pisten verantwortlich. Alle Gebiete ausserhalb der Pisten gelten als sogenanntes freies Skigelände. Wer sich dorthin begibt, tut dies ausschliesslich in Eigenverantwortung. Freerider haften also bei einem Ereignis zivil- und strafrechtlich für durch sie verursachte Personen- und Sachschäden.
Bestandteil dieser Prävention ist auch die Freeride-Ausbildung. In Zusammenarbeit mit zehn Wintersportstationen führt der Mountainsurfclub seit 1996 Freeride-Camps durch. Bis heute hat der Mountainsurfclub gegen 3000 Freerider ausgebildet. Sowohl die Freeride-Schulung als auch die Checkpoint-Tafeln beruhen auf der langjährigen Lawinenerfahrung des SLF. So sind die vom SLF täglich herausgegebenen regionalen Lawinenbulletins wichtiger Bestandteil der Freeride-Checkpoints.
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