
Die Bergbahnbranche investiert viel in Sicherheit. Trotzdem geschehen Unfälle. Dann ist eine schnelle, hochqualitative Ereignisbewältigung eminent – für die Opfer, die Reputation und die Rechtssicherheit. Digitale Applikationen leisten hierbei wertvolle Dienste – und zwar kostenfrei. Es gilt nur, sie einzusetzen.
Ungeachtet aller Anstrengungen für grösstmögliche Sicherheit verunfallen laut Statistiken jährlich rund 100’000 Personen in den Schweizer Bergen: etwa 62’000 während der Wintersportsaison und 40’000 beim Bergsport und Bergwandern.

Für Bergbahnbetreiber ist dies eine enorme Herausforderung. Sie stehen in der Verkehrssicherungspflicht, sind auf zufriedene Gäste und eine gute Reputation angewiesen und müssen Risiken wie Kosten im Griff haben. Der Betrieb muss ganzjährig effizient und kostendeckend laufen – möglichst ohne Störungen, negative Schlagzeilen oder Rechtsstreitigkeiten.
Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit am Berg
Unfälle lassen sich nicht vollständig verhindern. Umso wichtiger ist es, für den Ereignisfall gerüstet zu sein. Rettung, Bergung und Versorgung müssen schnell, sicher, koordiniert und wirkungsvoll erfolgen – unabhängig davon, wann und wo ein Unfall geschieht und wie schwer er ist.
Digitale Methoden machen Ereignisse besser bewältigbar
Digitale Systeme unterstützen die Einsatzkoordination. Sie sind intuitiv bedienbar und hochverfügbar und helfen, auch unter Stress alle Massnahmen, Mittel und Kräfte zu koordinieren: von der Annahme eines Alarms über die Entsendung und Leitung der Rettungskräfte bis zur lückenlosen Dokumentation. Gegenüber der Koordination via Funk und Telefon verkürzen digitale Systeme zudem die Reaktionszeiten. Ihre Einführung ist einfacher, als viele Betreiber vermuten.
Ängste sind unbegründet, die Chancen und Vorteile enorm
Auch die Furcht vor hoher Komplexität und hohen Kosten ist unbegründet. Digitale Rettungsketten-Systeme bieten grosse Vorteile bei geringem Implementierungsaufwand. Die ausgereiften Technologien bewähren sich seit geraumer Zeit unter anderem in den Berggebieten in der Lenzerheide und Davos. Wer sich als Partnerorganisation dem digitalen Ökosystem der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) anschliesst, erhält alles Notwendige zum Nulltarif
Bewährte Systeme – made in Switzerland
Das «Notwendige» besteht dabei aus zwei von der sureVIVE AG aus Mendrisio entwickelten und betriebenen IT-Applikationen: «Alpine Rescue Mission Control» (ARMC) und «Momentum PRO».
ARMC, das Herzstück der «digitalen Rettungskette», läuft auf PC oder Tablet, etwa in der SOS-Zentrale oder Hauptstelle eines Bergbahnbetreibers. Die Applikation unterstützt die Steuerung terrestrischer Rettungseinsätze, das Aufgebot der Kräfte und die Einsatzkommunikation. Zudem liefert sie ein Echtzeit-Lagebild mit Karte und Positionsdaten. Eingebunden werden können auch Kräfte der ARS und der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega. Die Anbindung weiterer Blaulichtorganisationen, beispielsweise von Sanitätsrettungsdiensten, wird in mehreren Kantonen umgesetzt oder diskutiert.
«Momentum PRO» ist die zugehörige Mobilapplikation für die Smartphones der Rettungskräfte, darunter Pistenpatrouilleurinnen und Pistenpatrouilleuren, ARS-Bergretter:innen, Rega-Einsatzkräfte, First Responder und Suchhundeführer:innen. Sie können aus ARMC heraus nach dem «Next Best»-Prinzip alarmiert und aufgeboten werden – abhängig von Standort und Verfügbarkeit.

Über Momentum PRO erhalten alle Beteiligten in Echtzeit die relevanten Ereignisinformationen. Sie sehen, wer sich wo befindet, welche Einsatzmittel verfügbar sind und wie weit die Ereignisbewältigung fortgeschritten ist. Die teilweise anonymisierten Daten werden protokolliert und ermöglichen eine lückenlose Nachvollziehbarkeit.
Das System eignet sich für jede Art von Unfall – vom kleinen «Missgeschick» bis zum Grossereignis wie einem Lawinenabgang im Pistenbereich. Für solche Fälle wird derzeit der «Swiss Emergency Data Hub» aufgebaut. Die auf ARMC basierende Plattform soll Rettungs- und Blaulichtkräfte schweizweit vernetzen und den Austausch von Einsatzdaten in Echtzeit über Kantons- und Einsatzraumgrenzen hinweg ermöglichen. Ziel ist ein gemeinsames Lagebild.
Ein Entscheid, etwas Zeitaufwand, keine Kosten
Die ARS trägt im Rahmen ihrer Kooperation mit den Bergbahnbetreibern die Kosten für Implementierung und Betrieb beider Applikationen. Seitens der Betreiber braucht es lediglich den Entscheid zur Nutzung sowie etwas Zeit für die Schulung der Mitarbeitenden in Sicherheit und Rettung.
Interessierte Bergbahnbetreiber können sich an die ARS wenden und wie die Seilbahnunternehmen in der Lenzerheide und Davos als Partnerorganisation in das digitale Ökosystem der ARS aufgenommen werden. Für mehr Sicherheit in den Schweizer Bergen – für Gäste, Betreiber und die Reputation der Seilbahnunternehmen. Im Sommer wie im Winter. Jeden Tag.


