
Am 14. Juni 2026 stimmt die Schweiz über die sogenannte Nachhaltigkeitsinitiative der SVP ab. Doch der Name täuscht: In Wahrheit handelt es sich um eine «Chaos-Initiative», die den gesamten Tourismus und die Bergbahnbranche besonders gefährdet. Deshalb sagt die Branche klar Nein.
Was will die Initiative?
Die sogenannte «Nachhaltigkeitsinitiative | Keine 10-Millionen-Schweiz» verlangt, dass die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 auf maximal 10 Millionen Personen begrenzt wird. Wird die Schwelle von 9,5 Millionen überschritten, muss der Bund Massnahmen ergreifen, um weiteres Wachstum zu verhindern. Dazu gehören Einschränkungen bei Migration, Familiennachzug und – falls nötig – die Kündigung internationaler Abkommen, insbesondere das Freizügigkeitsabkommen (FZA) würde aufgehoben. Auch das Schengen-Abkommen wäre aufgrund der Guillotine-Klausel hinfällig; Reisen ohne Visum und Grenzkontrollen in die Schweiz wären nicht mehr möglich.
Warum ist das gefährlich für unsere Branche?
Die Chaos-Initiative bringt Rechtsunsicherheit und gefährdet Arbeitsplätze insbesondere im Tourismus und in den Berggebieten. Für die Seilbahnen und den gesamten Tourismus hätte eine Annahme fatale Folgen:
Massiver Fachkräftemangel
Schon heute sind wir auf Personal aus der EU angewiesen. Ohne das Freizügigkeitsabkommen fehlt vielen Betrieben – gerade in den Bergregionen – die Basis für die Rekrutierung. Ein erheblicher Anteil der Beschäftigten im alpinen Tourismus (regional bis zu 30–50 %) verfügt über einen ausländischen Pass oder einen Migrationshintergrund.Gefahr für den Gästefluss
Die Initiative gefährdet das Schengen-Abkommen. Die Schweiz könnte zur «Visumsinsel» werden. Mühsame Grenzkontrollen und Visumspflichten würden internationale Gäste abschrecken. Zudem verzögern und verteuern Grenzkontrollen den administrativen Aufwand für Betriebe und schwächt die Attraktivität der Schweiz als Reiseland.Bedrohung der Erreichbarkeit
Auch Luft- und Landverkehrsabkommen stünden auf dem Spiel, was die Anbindung der Schweiz verschlechtert. Denn eine internationale Anbindung der Schweiz ist für den Tourismus matchentscheidend. Die Fernmärkte boomen (Asien, USA etc.) und übertreffen die Werte vor Covid (gemäss Schweiz Tourismus machen diese 26 % des Marktvolumens im Jahr 2025 aus).
Der Schweizer Tourismus lebt von seinem internationalen Image als offenes, verlässliches und gut erreichbares Reiseland. Die Initiative vermittelt den Eindruck von Abschottung, rechtlicher Unsicherheit und politischer Unberechenbarkeit.
Auch der Bundesrat und das Parlament empfehlen die Initiative zur Ablehnung. Sie verweisen auf Risiken für Wohlstand, Arbeitsmarkt, bilaterale Beziehungen und die internationale Verlässlichkeit der Schweiz.
Seilbahnen Schweiz lehnt die Nachhaltigkeitsinitiative ebenfalls ab. Die Initiative verschärft den Fachkräftemangel, gefährdet die Personenfreizügigkeit, schafft Investitionsunsicherheit und bedroht die wirtschaftliche Stabilität der Bergregionen.
Seilbahnen Schweiz trägt die Tourismus-Kampagne aktiv mit. Wir wollen sichtbar gegen die Initiative Stellung beziehen und tun dies mit einer Reihe von Statements von Persönlichkeiten aus der Seilbahnbranche. Wir danken allen für das Engagement – damit auch in Zukunft genügend Fachkräfte rekrutiert werden können.






